Was Ihr wissen solltet

 

Name:
Solviga

Geboren
11.10.1178

Amt in der Bruderschaft
Schutzengel der Bruderschaft

Lieblingstier
alle die kreuchen und fleuchen

Lieblingsmotive
gehäkelte Fensterbilder

Lieblingszeitschrift:
Das Telefonbuch

Liebstes Urlaubsziel
Immer wieder gern nach Mittelerde

andere Hobbys
Bogenschießen,24 Std Seelsorge

Persönliches Motto
Laßt mir meine Freiheiten

Meine Website Tips

www.templer-tornow.de

Solviga

Die Geschichte von Solviga

Mein wahrer Name wird auf ewig ungenannt bleiben. Denn mir geriet das Schicksal zum Verhängnis.

Geboren wurde ich 1178 als zweite Tochter eines kleinen Landedelmannes in der Mark Brandenburg. Unser Gutshof lag abgeschieden in einem schönen Tal, umgeben von Seen und Wäldern. Die Jahre meiner Kindheit verbrachte ich dort, frei wie der Wind. „Unzähmbar“ nannte man mich schnell, denn nur ungern blieb ich im Haus, um der Mutter bei den Hausarbeiten zur Hand zu gehen. Sooft ich es ermöglichen konnte, entwischte ich den strengen Augen der Eltern und schlug mich in die weiten Felder und Wiesen, die grobe Arbeit und die Handarbeiten meinen folgsamen Geschwistern überlassend.

Doch wie schnell und hart das Schicksal zuschlagen sollte, ahnte ich nicht.

In meinem vierzehnten Lebensjahr wurde mein bisheriges Leben mit einem Schlag ausgelöscht. Wieder einmal hatte ich mich von zu Hause fortgestohlen, um heimlich meiner größten Leidenschaft nachzugehen: Dem Jagen mit dem Bogen. Oft schon hatte ich die Küche mit der Beute meiner Ausflüge bereichern können. Und so war ich auf der Spur eines flüchtigen Rehs, als ich aus der Richtung unseres Gutes Rauch aufsteigen sah.

Mit hämmerndem Herzen und betender Seele verlieh mir die Angst Flügel, als ich den Weg nach Hause rannte. Doch dann stockte mir der Schritt, und mit brennenden Augen starrte ich auf die Reste dessen, was mein Leben gewesen war.

Rauchende Trümmer waren einstmals das stattliche Herrenhaus, die Ställe, nun brennendes Glosen, beherbergten Pferde und Rinder, und über allem schwebte schwefliger Gestank und dichter Qualm. Mit zitternden Knien ging ich näher, schluchzendes Wimmern drang aus meiner Kehle, als ich die Meinen suchte und schließlich in einer Ecke des Hofes fand. Mit eingeschlagenem Schädel und aufgeschlitzter Kehle lagen sie beieinander, die Hände noch ineinander verschlungen.

Mühsam ließ ich mich niedersinken, tränenlos, von Grauen übermannt. Lange nahm ich Abschied.

Als der Abend niedersank, packte ich meinen Bogen fester, schlang mir den Köcher um die Schulter und stand auf. Aus Angst vor Verfolgung legte ich nun meinen Namen ab und nannte mich fortan Solviga, „Sonnenkriegerin“.

Mühsam waren die kommenden Monate. Mit mäßigem Erfolg konnte ich mein Leben fristen, bettelte hier und da um Nahrung und Unterkunft, konnte mit dem Bogen ein wenig Wild erlegen.

Auf einem meiner Streifzüge stieß ich dann auf eine Gruppe Vogelfreier, die in der Schönholzer Heide auf Beutezug ging. Ich schloss mich ihnen an, dankbar für ihren Schutz und eine neue Heimat. Meine Fähigkeiten als Bogenschützin kamen mir hierbei sehr gelegen, konnte ich doch so als wertvolles Mitglied meinen Beitrag zum Leben in der Wildnis beitragen.

Einige Zeit ging ins Land, als ich auf einem meiner Streif- und Beutezüge durch den Schönholzer Wald auf Waffengeklirr aufmerksam wurde. Langsam schlich ich näher. Hinter einem Dickicht verborgen, beobachtete ich eine kleine Gruppe Bewaffneter, die in Kämpfe verwickelt waren. Neugierig schlich ich noch näher, abwartend und beobachtend.

Nach kurzer Zeit wurde mir deutlich, dass hier wohl ein Ritter mit seinem Gefolgsmann in einen Hinterhalt durch Wegelagerer geraten war, und nun sein Leben so teuer als möglich verkaufte. Ein junger Page hielt zwei Pferde am Zügel, duckte sich schutzsuchend zwischen ihnen.

Das Schwert des Ritters fuhr in tödlicher Genauigkeit in die Reihen der Banditen, eine blutige Spur zurücklassend. Blitze zuckten von der Klinge, als sie sich durch Leder und Haut fraß. Doch auch sein burgunderroter Rock zeigte schon klaffende Risse, die von den Forken und Spießen der Angreifer herrührten. Sein Gefolgsmann, ein tapferer Recke, schlug sich ebenfalls wacker.

In den Kampf vertieft bemerkte der Ritter nicht, dass sich zwei der Wegelagerer von hinten an ihn heranpirschten, die Keulen schon zum Schlag erhoben.

Den Pfeil auf die Sehne zu legen und abzulassen, war eine fließende Bewegung. Als der erste der Banditen mit verwundertem Blick zu Boden stürzte, den Pfeil in der Kehle, steckte auch schon der nächste Pfeil in der Brust des zweiten Angreifers, der mit einem überraschten Schrei zusammenbrach. Dieser Laut ließ den Ritter herumfahren, der mit einem Blick die Situation erfasste.

Ich war einige Schritte auf den Weg herausgetreten, um freies Schussfeld zu haben, und wandte mich nun dem nächsten feigen Wegelagerer zu. Auch der Ritter warf sich wieder in das Kampfgeschehen. Der Angriff war nun schnell beendet und der Rest der Banditen zog sich humpelnd und blutend in die Tiefen des Waldes zurück.

Schwer atmend stützte sich der Ritter auf sein Schwert, dabei musterte er mich abschätzend von oben bis unten. Unbehaglich wand ich mich innerlich, von den strengen Blicken durchbohrt. Langsam wich ich in den schützenden Wald zurück. „Bleib!“, gebot der Ritter, sich nun zu seiner vollen stattlichen Größe aufrichtend.

Plötzlich war Hufgetrappel und Geklirr zu hören. Ein Reitertrupp Berittener kam um die Biegung auf uns zu. Als sie des Ritters ansichtig wurden, stoppten sie. „Edler von Burgund, wir haben uns auf die Suche nach Euch gemacht, als wir von Gerüchten hörten, die von Übergriffen in dieser Gegend berichteten.“ Der Blick des Hauptmanns streifte mich und blieb an meiner zerschlissenen und abgerissenen Kleidung hängen, bemerkte den schussbereiten Bogen und meinen kämpferischen Gesichtsausdruck. „Seid Ihr von dieser Person belästigt worden, mein Herr?“ Drohend ritt er auf mich zu. Doch der Herr von Burgund winkte ab. „Nein, sie gehört zu meinem Gefolge. Die Wegelagerer sind dort im Wald verschwunden.“ Der Hauptmann schrie seinen Leuten einen Befehl zu und galoppierte in den Wald hinein, auf der Fährte der Entflohenen.

Ich senkte den Bogen, beeindruckt von dem Mut und der Größe des Ritters. Einige Schritte ging ich auf ihn zu und ließ mich in respektvollem Abstand auf die Knie nieder. „Ihr sollt meinetwegen nicht zum Lügner werden. Wenn Ihr mich in Euer Gefolge nehmen wollt, so will ich Euch treu dienen.“

Der Ritter hob die Augenbrauen. Ich warf schnell ein: „Ich kenne zwar nicht die höfischen Gebräuche, aber wohl verstehe ich es, den Bogen zu handhaben und Euch in Situationen wie eben den Rücken freizuhalten.“

„Setz dich. Und erzähle mir deine Geschichte,“ forderte mich der Ritter auf.

Nachdem er mich angehört hatte, betrachtete er mich eine Weile sehr aufmerksam. Dann sagte er: „Ich nehme dein Angebot an und will sehen, ob ich dich gebrauchen kann. Sollte das nicht der Fall sein, so gebe ich dich wieder frei. Bei mir heißt es: alles oder nichts.“

„Alles oder nichts, Herr, das soll nun meine Parole sein.“

Und so trat ich in die Dienste des Siegfrud von Burgund ein, eines Ritters der Bruderschaft der Askanier.

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