GANZ BRANDENBURG WIRD AM WOCHENENDE ZUR FEIERMEILE
Zwei Feste auf einen Schlag

BRANDENBURG So authentisch wie möglich wollen die Altstädter am Wochenende beim Rolandfest das Mittelalter präsentieren. Selbstbewusst startet die AG Rolandfest des Bürgervereins "Die Altstädter" das "5. Roland-Spectaculum". Die rund 5000 zahlenden Gäste des Vorjahres möchte Organisator Günther Strehlau gern übertreffen, auch wenn der Eintritt von zwei auf drei Euro für die Tageskarte erhöht wurde.
"Dafür sind wir auch um ein Vielfaches besser als im Vorjahr", verspricht Strehlau. Einmalig soll zum Beispiel der historische Umzug werden, der am Sonntag um 16.30 Uhr aus der Neustadt erwartet wird. Historisches Marktgeschehen, eine exklusive Ritterrunde und ein reiches Kulturprogramm sollen das Fest zum großen Vergnügen machen. Um 10 Uhr beginnt am Samstag das Spektakel in der benachbarten Neustadt. Nicht nur auf der Bühne,auf dem gesamten Marktplatz soll am Samstag und Sonntag tolles Treiben herrschen. Ständige Gäste sind die acht vollgerüsteten Ritter der Askanier, die mit ihrem Tross sieben Zelte aufschlagen und ebenso mittelalterliche Stimmung verbreiten werden wie Gaukler, Narren, Magier, die Hexe und ihr Henker, der "Barber von Nicolai". Seltene Gewerke sind zu bewundern, so Mollenhauer, Fellkrämer, Vogelpfeifen. Höhepunkt soll das dreistündige Rittermahl am Samstagabend um 19 Uhr sein, das allerdings extraEintritt kostet. Geboten werden ein zünftiges Programm und ein zeitgemäßes Abendessen.
Mit der Konkurrenz aus der Altstadt hat Thomas Krüger kein Problem. "Wir freuen uns, dass etwas passiert in der Stadt; die Feste bereichern sich doch gegenseitig", versichert der Geschäftsmann und Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Dominsel. Am Samstag lädt der Verein erstmalig zum "großen Dominselfest". "Fisch ganz groß auf der Dominsel", so lautet das Motto der Premiere. Vom Dom bis zur Anlegestelle Pfaffe erwartet die Gäste ein Programm, das sich vor allem tagsüber an Familien mit Kindern wendet. Im Gegensatz zum Rolandfest bleibt die Dominsel ohne Eintritt zugänglich. Einzige Ausnahme bildet das Konzert des einstigen Neue-Deutsche-Welle-Stars Markus, der ab 22.45 Uhr Hits wie "Ich will Spaß" und "Kleine Taschenlampe brenn'" spielen wird. Selbstverständlich beteiligen sich alle drei Fischereigeschäfte der Dominsel an dem Fest. "Sie haben wie die Jugendfeuerwehr Brandenburg einige Überraschungen auf Lager", verspricht Thomas Krüger, der auf 1000 bis 2000 Besucher hofft. Wer sich für Töpferwaren, Bernsteinschmuck, Klöppeln, Sticken und Spinnen interessiert, ist am Samstag auf der Dominsel richtig. Mode wird gleich dreimal geboten: nachmittags um 16.15 Uhr eine Brautmodenschau, abends um 19 Uhr eine historische Modenschau und um 21 Uhr eine Dessous-Modenschau. Vorgestellt werden außerdem die Kandidatinnen, die im Juni zur Havelkönigin gewählt werden möchten. Feuerzauber am Wasser verspricht der Verein um 22.15 Uhr in der Dominselbucht. jl

WEIT ÜBER 1000 BESUCHER KAMEN ZUM ZWEITEN RITTERFEST NACH PAUSIN
Spektakulum mit lustiger Horde

NADINE FABIAN
PAUSIN

Jene, die nicht über Schwerteslänge von Wuchs waren, hatten es am Wochenende gut in Pausin. Zum zweiten Ritterfest in der Glien-Gemeinde gewährten die Knappen an den Schlagbäumen Kindern bis zu 1,20 Meter freien Eintritt.
Überhaupt war das Spektakulum am Dorfanger ein wahres Abenteuer für die Kleinen. Wann kann man als Knirps oder Halbstarker (oder sogar Vater) von Muttis Ratschlägen unbehelligt mit dem Holzschwert durch die Gegend toben? Sogar an eine "Kita-Burg" hatte die Bruderschaft der Askanier gedacht. Dort gab es an verschiedenen Stationen jede Menge zu entdecken. Hufeisenwerfen, Teufelskugeln und ein Balancierbalken forderten Geschick.
Phantasie war an der Puppenbühne gefragt. Dutzende Burgfräulein und Miniatur-Recken fieberten mit bei der Mär, ebenso der Sommermode 2003 entsprechend gekleidete Mädchen und Jungen. Schleier hin, Basecap her, auch den "normalen" Spielplatz verschmähte niemand.
Neben Bogen- und Armbrustschießen, Fackelzug und Rittertafel waren die Zweikämpfe ein Höhepunkt für Jung und Alt, Mann und Weib, Fußvolk und Herrschaft. In voller Rüstung, immerhin einen Zentner schwer und einen Kleinwagen wert, traten die Kämpfer zum Kräftemessen mit dem Schwert an.
Angefeuert wurden sie lautstark von den Zuschauern - besonders denen, die zuvor kräftig an Trinkhorn oder Plastikbecker genippt hatten. Bier und Met durften bei dem deftig gefeierten Ereignis natürlich nicht fehlen. Und auch die Askanier bekennen sich zum Genuss hochprozentiger Essenzen. "Wir sind eine Horde wilder, sauflustiger, unwegsamer Burschen, die ihren Spaß im ritterlichen Kampf, auf mittelalterlichen Festen und Märkten und zu anderen Begebenheiten haben wollen", stellt sich die Bruderschaft im Internet vor.
Ganz so wild gehe es dann aber doch nicht zu, sagte Seneschall Gottfried von Pausin - oder Frank Michael Kohl, wie der Vizepräsident des Vereins im richtigen Leben heißt. "Der Spaß ist für uns und unser Publikum natürlich sehr wichtig", so Gottfried. Ein anderes Anliegen des Vereins sei aber, mittelalterliches Brauchtum inklusive Markttreiben, Lagerleben und Schaukämpfe, zu pflegen und lebendig zu machen.
Wie Pausin Jahrhunderte nach Ausgang des Mittelalters zu seinen Rittern kam, war schnell erzählt: "Vor zwei Jahren bin ich hierher gezogen und habe mit Freunden im Frühjahr Rüstungen und Waffen ausprobiert. Dabei hat uns die Bürgermeisterin entdeckt und ein Fest vorgeschlagen."
Gemeinsam mit den ortsansässigen Vereinen haben die Ritter der Nordmark nun einen wahren Publikumsmagneten geschaffen. Die im letzten Jahr aufgestellte magische 1000-Besucher-Marke hatten die Askanier schon am ersten Nachmittag durchbrochen.

Querfurt/MZ/jm. Sie fühlen sich offenbar sehr wohl auf der Burg Querfurt, die Ritter der "Bruderschaft der Askanier": Bereits zum fünften Mal hat der Berliner Verein zu Pfingsten hier sein Lager aufgeschlagen. Und von Jahr zu Jahr werden es ein paar mehr: Diesmal waren außer den Askaniern noch die Hansischen Spielleute aus Rostock, die Robin Kids aus Berlin und Mitglieder des Thüringischen Ritterbunds Nordhausen dabei - insgesamt etwa 50 Leute mit elf Zelten.

Dieses "kleine Burgfest" sei eine Idee von Museumsleiterin Johanna Rudolph gewesen, sagte Frank-Michael Kohl, Seneschall (Vizepräsident) der Bruderschaft: "Sie wollte, dass die alte Burg mit Leben erfüllt wird." Genau darum, um eine lebendige Darstellung des Mittelalters, gehe es auch dem Verein. "So wie wir hier Rast machen, kommt es dem richtigen Burgleben wahrscheinlich sehr nahe", so Kohl. Wichtig sei die Pflege der Ausrüstung, außerdem werde für die Turniere trainiert sowie musiziert und getanzt. "Und natürlich sind wir auch immer gern bereit, das Lager und unsere Künste zu zeigen."

DIE ASKANIER UND DIE WIKINGER STELLTEN SICH IN PAAREN IM GLIEN VOR

Lebendiges Mittelalter mit Rittern und Edelfräulein


IRENE KRIEGER
PAAREN IM GLIEN Heiß brannte die Sonne auf das Zeltlager der Askanier, der Wikinger, der Robinkids und der Schotten am Wochenende in Paaren/Glien. Während sich die Wikinger leicht geschürzt und barfuß zeigen konnten, hatten die Ritter mit Rüstung, Kettenhemd und Helm, dazu überall Lagerfeuer, einiges auszustehen. Sie zeigten Musik, Lagerleben, Schaukämpfe und eine Feuershow.
Mit Trommeln und Dudelsack , dahinter zwei Edelleute hoch zu Ross und ein kleines Fräulein, das einen Hund führte, zogen die Musikanten durchs Gelände, während Gebratenes und Kesselgulasch in den Töpfen dampfte.
Der Verein "Bruderschaft der Askanier" hatte auf der Wiese neun Ritterrundzelte aufgebaut, die Wikinger hatten zehn Stände, insgesamt waren mit altem Handwerk und Brotbackofen 40 Stände im Umfeld zu erforschen. Die Wikinger zeigten einen frühmittelalterlichen Handwerkermarkt, bei dem Weben und Spinnen vorgeführt wurden wie die Herstellung von Trinkhörnern. Hörner von einfachen Rindviechern, aber auch von Auerochs und das eineinhalb Liter (Met) fassende Horn des Argentinischen Langhornrinds waren im Angebot.
Die Askanier zeigten Kettenhemden und Rüstungen, hatten Säbel, Schwerter und Wurfspieße zu bieten sowie Reiter- und Langbögen. Die Schotten kleideten sich in wollige Schottenröcke und Schals.
Die Stände der Askanier werden von Marketendern, Kaufleuten und Handwerker betrieben, während zu den Askaniern die Pagen, Knappen, Ritter, Edelfrauen und Mägde sowie die Dienstmannen und Kämpfer zählen. Diese hatten allerlei zu bieten. Schwertkämpfe und Bogenschießen, Kämpfe zu Pferd, Ritterturniere zu Pferd und zu Fuß und ein Feuerspektakel mit Feuerschluckern und Jongleuren.
Mit den Worten "Seiet willkommen so euch dürstet nach: dem bunten Treiben vergangener Tage, Ohrenschmaus und Labsal, dem Wohlgedüft ferner Zeiten, dem Klang gut geschulter Klingen, mancherlei längst vergessener Dinge und der Magie des Feuers" war zum Ritterspektakel gelockt worden.