Rolf Schneider: Ritter, Ketzer, Handelsleute. Brandenburg und Berlin im Mittelalter.
 
Edition q im Be.Bra-Verlag. Berlin 2012, ISBN 978-3-86124-662-6; 19,95 Euro.
 
Die mittelalterliche Geschichte Brandenburgs ist nicht einfach, die Zahl der Fachleute gering, zumal die Regierungen Brandenburgs und Berlins an ihren Universitäten wohl bald alle Stellen für Landeshistoriker gestrichen haben werden. Daß Bücher, die Laien immer wieder zu diesem Thema meinen vorlegen zu müssen, äußerst selten einen brauchbaren Ersatz bieten, zeigt einmal mehr die hier zu besprechende Publikation. Sie enthält zwar viele bunte Bilder auf weißem Glanzpapier, allerdings nicht selten gleich mehrere Fehler auf einer Seite. Schon beim Titel ahnt der Fachmann, daß er hier an einen Wühltisch mit Halbwahrheiten geführt werden soll. Außerdem standen Brandenburg und Berlin im Mittelalter natürlich nicht nebeneinander. Berlin war eine brandenburgische Stadt, die sich vom 13. bis zum 15. Jahrhundert langsam zum bedeutendsten Ort der Mark entwickelte.
Das Inhaltsverzeichnis offenbart dann das befürchtete Durcheinander: Annäherung, Völkerwanderung und Baba Jaga, Siegeszug des Christentums, Die ersten Askanier, Die feudale Ordnung, Löwe gegen Bär, Mönchsorden, Die letzten Askanier, Stadtluft macht frei, Der falsche Waldemar, Kriegsführung, Höfische Kultur, Backsteingotisches, Wittelsbacher und Luxemburger, Gerichtsbarkeit, Konzilsentscheidungen, Der schwarze Tod, Mode und Kleidung, Wirtschaftliche Not, Die Quitzows, Gebietserweiterungen, Ess- und Trinkkultur,  Familie, Rituale, Wunder und Reliquien, Die Juden, Ausklang des Mittelalters, Danach, Zeittafel.    
Schneider will „das diffuse Mittelalterinteresse mit korrekten Angaben … füttern“ (S. 8). Leider macht er aber genau das Gegenteil, schon, wenn er im nächsten Satz behauptet, daß Brandenburgs „politische Bedeutung erst anhob, als das Mittelalter längst vergangen war.“ Hier vergißt er, wie sehr sich die Mark zwischen 1157 und der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Kampf mit vielen benachbarten Mächten ausdehnte. Wohl vor allem dadurch konnten die brandenburgischen Regenten obendrein seit ca.1250 in den exklusiven Kreis der sieben Kurfürsten aufsteigen. Dessen Entstehung fand ihren Abschluß 1298, als es gelungen war, alle anderen Fürsten des Deutschen Reiches von der Wahl des Herrschers auszuschließen. Und weshalb bemühten sich die Könige Ludwig der Bayer und Karl IV. im 14. Jahrhundert so sehr, die Mark Brandenburg für die wittelsbachische bzw. luxemburgische Dynastie zu gewinnen?
Der Chronist Widukind von Corvey schrieb nicht „um 950“ (S. 15), sondern wahrscheinlich 967/68, wobei er seine Aufzeichnungen bis 973 fortsetzte.
Nach dem Aussterben der ostfränkischen (!) Karolinger 911 kam noch kein Sachse auf den Thron (S. 19), sondern zunächst der Frankenherzog Konrad I. († 918), dem dann erst 919 der Liudolfinger Heinrich I. folgte. Dessen Hauptaufgabe war nicht die Ungarnabwehr (ebd.), denn Heinrich hatte noch mehrere, z. T. wichtigere Probleme zu lösen. So mußte er erst seine Anerkennung durch die anderen Herzöge erreichen und Lothringen zurückholen. Heinrich heiratete mit Hatheburg auch keine „Tochter eines Hevellerfürsten“ (ebd.), ihr Vater war vielmehr Graf Erwin von Merseburg. Daß die Ehe wieder gelöst wurde, stimmt, aber aus ganz anderen als den von Schneider erfundenen Gründen.
Die Nachricht von der Rückkehr des sächsischen Heeres nach der Schlacht bei Lenzen 929 stammt nicht von „Lutz Partenheimer“ (S. 21), sondern aus der Feder Widukinds von Corvey. Schneider zitiert hier meine Übersetzung.
„Die nächsten anderthalb Jahrhunderte (nach dem Slawenaufstand von 983 – L. P.) erlebten zahlreiche neue Eroberungszüge der Deutschen im ostelbischen  Raum.“ (S. 23). Das stimmt nicht. Man versuchte in den neunziger Jahren des 10. Jahrhunderts mehrmals, Brandenburg zurückzuerobern, was aber – wenn überhaupt – nur vorübergehend gelang. Im 11. Jahrhundert erfolgten nur wenige deutsche Feldzüge ins Ostelbische. Die Einnahme Magdeburgs durch die Heveller (ebd.) ist erfunden. Daß die Askanier ihre Wurzeln in Schwaben haben (S. 25), ist bisher ungeklärt, die entsprechende Information des Sachsenspiegels scheint sich eher auf den Schwabengau am Harz zu beziehen. Ob Albrecht der Bär siebzig Jahre alt wurde (ebd.), wissen wir auch nicht, da die Quellen zwar sein Todes- (1170), jedoch nicht das Geburtsjahr angeben. Albrechts Kontakte zum Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich dürften schon vor 1127 (S. 27) bestanden haben. Das Jahr der Hochzeit des Askaniers ist unbekannt, während es Schneider mit 1125 angibt (ebd.). Die Gemahlin Sophie entstammte vermutlich (!) dem Winzenburger Grafenhause (ebd.), ihr ältester Sohn dürfte schon einige Jahre vor „um 1128“ geboren worden sein (ebd.). Die Zugehörigkeit des Beelitzer Raumes zur Zauche in dieser Zeit (ebd.) ist sehr fraglich. Daß Pribislaw-Heinrich „christliche Kirchen“ (gibt es auch andere?) errichten ließ (ebd.), überliefern die Quellen nicht. Immerhin gestattete er wohl den Baubeginn  von St. Gotthardt in Brandenburg. Und daß Pribislaw-Heinrich 1150 im Alter von 75 Jahren starb (ebd.), ist wieder reine Erfindung, da zwar das Todes-, nicht aber das Geburtsjahr genannt wird.
Falsch ist es auch, das 11. Jahrhundert als „die Zeit der beginnenden Christianisierung der Mark“ (S. 35) zu bezeichnen. Erste Ansätze mit der Gründung der Bistümer Brandenburg und Havelberg endeten mit dem Slawenaufstand 983. Der Neuanfang erfolgte im 12. Jahrhundert.
Daß Albrecht der Bär „ab 1128 … die Nordmark“ besaß (S. 38), stimmt auch nicht; im Widerspruch dazu – dort aber richtig – heißt es in der „Zeittafel“ auf der S. 195 zum Jahre 1134: „… Albrecht der Bär wird Markgraf der Nordmark.“ Der angebliche Streit um das Herzogtum Sachsen zwischen dem Askanier und König Lothar III. (ebd.) entsprang wieder der Phantasie des Autors.  
Als 1095 der päpstliche Aufruf zum ersten Kreuzzug erging, war Jerusalem nicht „seit dreieinhalb Jahrhunderten in muslimischem Besitz“ (S. 40), sondern bereits 458 Jahre. Ob Heinrich der Löwe 1147 18 Jahre alt war (ebd.), ist offen. Nicht nur er (ebd.), sondern viele, vor allem sächsische Fürsten nahmen damals statt am zweiten Kreuzzug am Wendenkreuzzug teil. In diesem Zusammenhang eroberte der Welfe allerdings noch keine „große(n) Gebiete östlich von Elbe und Oder“ (ebd.). Der Wendenkreuzzug war für Heinrich den Löwen alles andere als „sein überhaupt größter Erfolg“ (S. 41). Das Unternehmen darf man auch nicht als „Heinrichs Wendenkreuzzug“ bezeichnen (S. 42), denn eine zweite, wahrscheinlich größere Heeresgruppe stand vor allem unter der Führung Albrechts des Bären.
Die „Lokatoren“ waren durchaus nicht immer deutsche „Kleinadlige“ (S. 41), vor allem nicht, wenn sie „das Schulzenamt erhielten.“ (ebd.). Die Verdrängung der Slawen übertreibt Schneider (ebd.) ebenso wie Albrechts des Bären „Bindung an die Staufer“ (ebd.). Daß Heinrich der Löwe „seinen gesamten Territorialbesitz“ verlor und erst nach Barbarossas Tod (1190 – L. P.) aus dem Exil in England zurückkehren konnte – angeblich 1194 – (S. 42), stimmt wieder nicht. Der als Herzog von Sachsen und Bayern abgesetzte Welfe weilte von 1182 bis 1185 und 1189 in England bei seinem Schwiegervater, König Heinrich II., aber auch in den diesem gehörenden Besitzungen in Nordfrankreich. 1194 versöhnte sich Heinrich der Löwe mit Barbarossas Sohn und Nachfolger, Kaiser Heinrich VI.
Die Rückeroberung der Brandenburg durch Albrecht den Bären erfolgte nicht am 11. Juli 1157 (ebd.), sondern am 11. Juni dieses Jahres. Daß sich Albrecht der Bär „im Streit zwischen Staufern und Welfen auf die Seite Friedrich Barbarossas“ schlug (S. 44 f.), ist auch nicht korrekt. Der Askanier erlebte den Bruch zwischen dem Kaiser und Heinrich dem Löwen nicht mehr. Noch kurz vor Albrechts Tod im Jahre 1170 hatte Barbarossa im Kampf zwischen mehreren sächsischen Fürsten und dem Herzog einen Frieden vermittelt, der die Stellung des Welfen wahrte.
Theodor Fontane schrieb keineswegs, daß Chorin das erste märkische Kloster gewesen sei (S. 51), sondern natürlich – wie das Zitat auf der folgenden Seite belegt – die von Albrechts des Bären Sohn und Nachfolger Markgraf Otto I. 1180 gegründete Zisterzienserniederlassung Lehnin. Es stimmt also auch nicht, daß schon Ottos Vater diesen Orden in der Mark ansiedelte (S. 55).
Daß Ottos I. Sohn und Nachfolger Otto II. die Durchsetzung der weiblichen Erbfolge anstrebte, ist bestenfalls eines von mehreren Motiven, die dem immer noch nicht schlüssig aufgeklärten Lehnsauftrag ihrer Allode durch den Markgrafen und seinen Halbbruder Albrecht (II.) an das Erzbistum Magdeburg im Jahre 1196 zugrunde lagen.
Albrecht nahm nicht am dritten Kreuzzug von 1198 teil (S. 56, 79) – der endete bereits 1192 –, auch verließ er Kaiser Otto IV. nicht nach der Schlacht von Bouvines (1214) (S. 56), sondern erst 1217.
Bei der Wahl Heinrichs VII. zum deutschen König (1308) gehörte kein Hohenzoller zu den Kurfürsten (Bild S. 56 oben), und Markgraf Johann I. starb nicht 1260, sondern sechs Jahre später (S. 56). Schneider liefert gleich auch noch den Beweis dafür, daß es sich hier nicht um einen Druckfehler, sondern tatsächlich um Unkenntnis handelt. Es heißt nämlich im Anschluß, daß Markgraf Otto III. seinen Bruder Johann I. um sieben Jahre überlebte. Otto starb tatsächlich 1267.
Daß Berlin 1442 „schon dreihundert Jahre“ alt war (S. 67), ist eine sehr kühne Behauptung. Die gemeinsame Stadtverwaltung von Berlin und Cölln existierte nicht erst seit 1432 (S. 68), sondern schon ab 1307.
Auch von der Reichsgeschichte hat Schneider wenig Ahnung. „Einen  deutschen Kaiser“ gab es im Mittelalter nicht nur „nicht immer“ (S. 74, 76), vielmehr gar nicht. Bisher kennt die Geschichte diesen Titel nur von 1871 bis 1918. Daß sich nach den Staufern „ein spanischer König, ein englischer Prinz und ein holländischer Graf“ als deutsche Könige bekämpften (S. 75), ist wieder ein Märchen. Alfons von Kastilien und Richard von Cornwall wurden 1257 gewählt, nachdem Wilhelm von Holland im Jahr zuvor von Friesen erschlagen worden war, und Alfons kam – wie Schneider ausnahmsweise mal richtig angibt – gar nicht nach Deutschland. König Wilhelm war als Graf von Holland damals übrigens ein Fürst des Deutschen Reiches.
Als Rudolf von Habsburg 1273 den Thron bestieg, hatte er noch keine „Latifundien“ (?) in Österreich (ebd.), das er erst später der Krone Böhmens entriß. Adolf von Nassau wurde nicht vom Papst (ebd.), sondern von den Kurfürsten abgesetzt, und der Albrecht I. 1308 folgende Luxemburger (Heinrich VII.) regierte ohne Gegenkönig (ebd.). Der „falsche Waldemar“ starb nicht 1350 (S. 77), vielmehr wahrscheinlich 1357.
Doch es kommt noch schlimmer: Markgraf Albrecht II. von Brandenburg, auf der S. 55 der „jüngere (Halb- (L. P.))Bruder“ seines Vorgängers Otto II., ist auf der S. 79 dessen Sohn. Außerdem war Albrecht II. nicht der Vater (ebd.), sondern der Großvater Ottos IV.
Die Informationen, daß „im kaiserlichen Heer“ „normannische Bogenschützen“ als Söldner dienten, während „in der Mark Brandenburg“ „als Söldner üblicherweise Slawen zum Einsatz“ „kamen“ (S. 83), entspringen wieder mehr der Phantasie des Autors als den Quellen. Klischees und Vorurteile statt gründlicher Kenntnisse verrät auch der primitive Satz zur mittelalterlichen Kriegsführung: „Immer wurde besinnungslos abgeschlachtet.“ (S. 84).
Markgraf Otto IV. von Brandenburg hat Magdeburg nicht belagert (S. 87) – vgl. die ausnahmsweise mal richtige Darstellung auf den Seiten 79 f.
Storkow gehörte um 1200 nicht zur Mark Meißen (S. 95), vielmehr wurde das Gebiet damals von den Markgrafen der Lausitz beansprucht. Das Bild auf der S. 97 oben zeigt nicht die „Burg Stargard“, sondern den „Butterturm“ genannten Bergfried der Belziger Burg.
Jerichow liegt nicht in der Altmark (S. 102). Markgraf Ludwig der Römer „holte“ keineswegs „die Kurwürde nach Brandenburg“ (S. 108), da die Markgrafen von Brandenburg spätestens 1298 zu den sieben Kurfürsten gehörten. Die „Goldene Bulle“ Kaiser Karls IV. aus dem Jahre 1356 setzte das Kurkollegium nicht ein, sondern bestätigte es.
Der Propst von Bernau wurde auf der S. 120 1323, auf der S. 195 1324 ermordet. Das Jahr nennen die Quellen nicht, wahrscheinlich geschah die Tat 1324. Den Bann über Berlin und Cölln verhängte daraufhin nicht der Papst (S. 120), sondern der Erzbischof von Magdeburg.  
Auf der S. 125 teilt uns Schneider mit, daß Kaiser (vielmehr König) Sigismund den Nürnberger Burggrafen Friedrich von Hohenzollern 1415 zum Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg – allerdings angeblich ohne Kurwürde – erhoben habe. Wer soll das noch verstehen? Sigismund übertrug dem Hohenzollern 1415 die Markgrafschaft Brandenburg mit der an ihr haftenden Kurstimme. 1417 erfolgte die feierliche Belehnung Friedrichs durch den Herrscher.
„Die Markgrafschaft Nürnberg … gehörte ihnen (den Hohenzollern – L. P.) seit der Mitte des 12. Jahrhunderts.“ (S. 126). Richtig wäre gewesen: „Die Burggrafschaft Nürnberg … gehörte ihnen seit ca. 1191.“ Burggraf Friedrich wurde angeblich 1333 geboren (S. 126), soll aber 1415 „vierundvierzig Jahre alt“ (S. 153) gewesen sein – diesmal stimmt es, was man schon gar nicht mehr erwartet hätte.
Einen „Herzog von Anhalt“ gab es im 13. Jahrhundert nicht (S. 131), auch wenn Graf und Fürst Heinrich I. von Anhalt (1212 - ca. 1250) in der Manessischen Liederhandschrift aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts fälschlich als „Herzog von Anhalt“ bezeichnet wird. Daß die Quitzows aus Franken stammen sollen (S. 142), ist wieder erfunden. Ihre erste urkundliche Erwähnung erfolgte nicht 1295 (ebd.), sondern 1261. Das betrifft den mecklenburgischen Zweig, in Brandenburg taucht die Familie 1269 auf. Wend von Ileburg war nicht der Vorgänger Friedrichs (S. 145) als Landeshauptmann der Mark, vielmehr dessen vorausgesandter Stellvertreter.
Kurfürst Friedrich I. verließ Brandenburg nicht 1437 (S. 155), sondern bereits 1426. Bei seinem Nachfolger, Friedrich II. Eisenzahn (nicht „mit dem Eisenzahn“ (ebd.)), sollte nicht vergessen werden, daß er das Berliner Schloß errichten ließ. Die frühen märkischen Hohenzollern fanden ihr Grab nicht in „Heilbronn“ (S. 157), sondern im Kloster Heilsbronn.
Heinrich der Löwe zerstörte die Isarbrücke bei Föhring, nicht bei Freising (S. 161). Das Jahr des Wilsnacker Blutwunders wird auf S. 170 mit 1384, auf den Seiten 177 und 195 mit 1383 (korrekt) angegeben.
Die Verbrennung von Juden in Berlin erfolgte 1510 – so auf der Bildunterschrift auf der S. 181 unten und auf der S. 195, während im Text auf der S. 181 fälschlich „1520“ steht.
Bei der Aufzählung der märkischen Landschaften um 1500 fehlt die Mittelmark mit Havelland, Barnim, Teltow und Zauche (S. 184). Kurfürst Friedrich I. war nicht der Groß-, sondern der Ur-Großvater Joachims I. (ebd.). Wenn Schneider von dem „barocken Chronisten Johann Garcaeus“ spricht (ebd.), meint er nicht die beiden (Vater und Sohn) Theologen dieses Namens, sondern offenbar Zacharias Garcaeus, der tatsächlich Chronist war. Alle drei stammen aber nicht aus dem Barock, vielmehr aus dem 16. Jahrhundert. Johann von Tritheim weilte nicht 1508 (S. 185), sondern 1505/06 in der Mark.
Viele Fehler enthält dann noch die Zeittafel auf der S. 195, z. B. die falsche Bezeichnung „Brennabor“ für die slawische Brandenburg. Der Aufruf zum zweiten Kreuzzug erfolgte 1145, nicht 1147, nach „Regierungszeit Kurfürst Wenzels“ bzw. „Kurfürst Sigismunds“ muß die Erklärung im Genitiv – statt im Dativ – stehen. Burggraf Friedrich von Nürnberg wurde 1415 nicht „Statthalter in der Mark“. In der Legende zur Karte auf der S. 196 muß es „Norden“ oder „Nordosten“, nicht aber „Nordwesten“ heißen.
 
Nachdem Schneider seine solide und umfassende Ahnungslosigkeit nachgewiesen hat, verwundert solche alles andere als tiefgründige Kurzeinschätzung der Hohenzollern – wie angeblich aller Dynastien – wie die auf S. 126 unten wenigstens etwas weniger.
 
Die vorgestellte Auswahl der großen Fehlerzahl dürfte deutlich gemacht haben, daß den Lesern hier kein Buch mit „korrekten Angaben“ vorgelegt, sondern ein geradezu unglaublicher Pfusch angedreht worden ist. Ein guter Schreibstil, von dem mit Bezug auf das vorliegende Buch allerdings nicht die Rede sein kann, und eine blühende Phantasie mögen in der Schriftstellerei ausreichen. Beim Versuch, die sicher nicht einfache mittelalterliche Geschichte der Mark Brandenburg zu rekonstruieren, sind jedoch jahre-, besser jahrzehntelange gründliche Kenntnisse der Fachliteratur, der Quellen und der Forschungsmethoden unabdingbar – das belegt Schneiders Schnellschuß einmal mehr.  
Im Impressum ist ein Lektor genannt, der seiner Verantwortung offenbar ähnlich gerecht geworden zu sein scheint wie der Aufsichtsrat des Berliner Flughafenneubaus.
 
 
Lutz Partenheimer, März 2013