Maren

Maren

Maren

Maren – die kundige Frau

Wenn der Morgennebel noch über den Feldern liegt und das Dorf langsam erwacht, ist Maren oft schon auf den Beinen. Mit ihrem Korb am Arm geht sie hinaus in Wald und Wiese, dorthin, wo die Kräuter wachsen, die sie seit ihrer Kindheit kennt.

Was sie weiß, hat sie von ihrer Mutter gelernt – und diese von den Alten vor ihr. Es ist kein Wissen aus Büchern, sondern eines, das mit den Jahren gewachsen ist, weitergegeben von Hand zu Hand und von Auge zu Auge.

Maren lebt am Rand des Dorfes, nicht zu nah und nicht zu fern. Die Leute suchen sie auf, wenn sie Klage haben – bei Wunden, bei Bauchweh oder wenn die Ruhe der Nacht fehlt. Dann hört sie zu, fragt bedacht und gibt, was sie geben kann: ein Kraut, einen Rat oder auch nur ein gutes Wort.

Doch weiß sie wohl, dass nicht sie es ist, die heilt. „Gott lässt die Kräuter wachsen“, sagt sie, „und wir müssen lernen, sie recht zu gebrauchen.“ Darum bleibt sie bescheiden und verspricht nichts, was sie nicht halten kann.

Die Frauen vertrauen ihr, und die Kinder gehen gern mit ihr, denn sie zeigt ihnen die Welt, wie sie ist. Doch gibt es auch jene, die ihr mit Zweifel begegnen, denn nicht jeder traut dem, was er nicht ganz versteht.

So lebt Maren still unter den Leuten, zwischen Vertrauen und Zweifel. Und was ihr gegeben ist, das behält sie nicht für sich, sondern gibt es weiter – an jene, die hören und lernen wollen.


 

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